Allgemein

Jiaogulan, so die vereinfachte deutsche Schreibweise, ist eine fernöstliche Pflanze, der besondere gesundheitsförderliche Wirkungen nachgesagt werden. In verschiedenen Darreichungsformen werden die Blätter dieser Pflanze zur Vorbeugung und in der traditionellen asiatischen Gesundheitslehre sogar als Therapie gegen verschiedenste Beschwerden genutzt. Im Lauf der vergangenen 20 Jahren wird dieses angebliche Unsterblichkeitskraut auch in westlichen Staaten mehr und mehr bekannter, nicht zuletzt durch die generelle Gesundheitswelle. Anders als viele der heute als Superfood angepriesenen Lebensmittel und Nahrungsergänzungen, vermochten in Jiaogulan eine reihhaltige Wirkstoffbreite nachgewiesen werden. In erster Linie die sogenannten Saponine können auf die körperlichen Vorzüge des Kletterkrauts schließen.

Nachfolgend soll bezüglich der Ursprünge des Jiaogulan aufgeklärt werden. Neben einem Abstecher zu den klassischen und neuen Anbaugebieten in Asien, sowie in die Traditionelle Chinesische Medizin werden die diversen Darreichungsformen der Pflanze näher beleuchtet. Zum Schluss gibt es einige Ratschläge für Jiaogulan-Fans mit grünem Daumen, die ihre eigene Wunderranke pflanzen möchten.

Wie wird Jiaogulan traditionell asiatisch zubereitet?

Die traditionelle sowie hierzulande sehr beliebte Herstellung als Tee oder Kräuteraufguss ist wohl die häufigste Variante, aus den positiven Effekten der Wunderranke einen Nutzen zu ziehen. Die getrockneten oder frischen Blätter werden einfach mit brühendem Wasser aufgegossen. Die Ziehdauer ist in etwa zwischen 5 und 10 Min. Jiaogulan-Tee kann mit etwas Honig und einem Stück Ingwer veredelt werden und gleichermaßen warm und kalt genossen werden. Der leicht bitter-süßliche Geschmack erinnert an Ginseng, mit dem er übrigens einige der Adaptogene gemein hat. Daneben gibt es Jiaogulan-Extrakte in Kapselform zur ganz einfachen Einnahme.

Erfahrungsberichten entsprechend können davon zwischen 2 und 4 Stück jeden Tag zu sich genommen werden. Daneben können die Blätter auch roh oder gekocht gegessen werden. Insbesondere bevorzugt ist dabei die Beigabe von Jiaogulanblättern in frische Salate oder in gekochter Form mit einer Verwendung ähnlich wie Spinat.

Die Anfänge der besonderen Ranke im Herzen Asiens

Jiaogulan (lat. Gynostemma pentaphyllum) ist im Grunde zuhause in Regionen Asiens. Zunächst über China, Südostasien, Taiwan und Japan breitet sich die Pflanze aus und auch die hauptsächlichen Anbaugebiete des Gewächses befinden sich in diesen Staaten. Insbesondere in China ranken sich um den Jiaogulan zahlreiche Mythen. So soll die chinesische Region, wo viel Jiaogulan-Tee genossen wird, als „Tal der Uralten“ bezeichnet werden. Eine Bestätigung fand sich 1970: Bei einer Volkszählung wurde ermittelt, dass dort tatsächlich viele Hundertjährige beheimatet waren. Angeblich müssen diese sehr alten Leute Zeit ihres Daseins täglich Jiaogulan genossen haben, weshalb die Rankenpflanze auch den Beinamen „Kraut der Unsterblichkeit“ bekommen haben soll. Sagen und Mythen hin oder her, sicher ist, dass Jiaogulan nicht unvergänglich macht, aber dafür dem menschlichen Organismus und dem Wohlbehagen behilflich sein kann, wie chinesische Forscher im Kontext der Studien der Volkszählung bemerkt haben. Schon chinesische Heilkünstler und Allgemeinärzte, die im 15. Jahrhundert das Gewächs zum ersten Mal nachweislich schwarz auf weiß festhielten, waren sich bewusst um die Vorzüge der Ranke. Seit dieser Zeit übernimmt in der TCM das Kraut eine sehr große Rolle in der Medizinischen Versorgung unterschiedlicher Beschwerden.

Wissenskunde Jiaogulan mit relevanten Daten rund um die Gesundheitsranke

Wie bereits erwähnt ist Jiaogulan ein krautiges Rankengewächs. Oft 1-jährig, kann sie bei guten Konditionen auch mehrere Jahre weiterwachsen und ganze 8 Metern groß wachsen. Die Laubblätter, in denen die meisten Wirkstoffansammlungen zu finden sind, setzen sich zusammen aus unterschiedlichen Blättchen, normalerweise zwischen fünf und neun Stück, dessen mittleres das Größte darstellt. Rein optisch erinnern die Pflanzenblätter an Weinpflanzen. Die Blütenstände können eine Länge von bis zu 30 cm erlangen. Die Blüten sind recht winzig und von grünlich/gelblicher Farbe. Sofern das Gewächs befruchtet wurde, trägt sie eher kleine Beeren, die im reifen Zustand ihre Farbe von dunkelgrün in schwarz ändern.

Da die Ranke weibl. & männl. Ranken ausbildet, ist der Anblick von reifen Jiaogulan-Beeren hierzulande eher rar. Aber ist es denkbar Jiaogulan in diesen Breiten erfolgreich anzubauen. Nicht allein als Topfpflanze, ebenso auch im Garten gedeiht das Kraut gut, da es im naturbelassenen Lebensraum sogar in Höhenlagen bis etwa 3000 Metern wächst. Dadurch vermögen die gesunden Ranken auch den Winter bei bis zu -15°C überleben und sind somit grundsätzlich winterfest. Im Idealfall präferiert die Jiaogulanpflanze aber eher nasse und warme Gebiete für einen optimalen Wuchs und damit auch einen optimalen Gehalt der wirkenden Stoffe. Doch um welche Stoffe handelt es sich dabei und wie wirken sie?

Was genau steckt in den Jiaogulan-Blättern?

Entsprechend der durchgeführten Studien über Jiaogulan, wurden über 100 Substanzen der sogenannten Saponine im Gewächs gefunden. Zwar kommt der Name dieser Substanzen vom lateinischen sapo, also „Seife“, ist aber nicht zu verwechseln mit den tatsächlichen Seifen. Allerdings erlauben Saponine eine ebenfalls schäumende und damit auch reinigende Auswirkung. Die zur Wäsche genutzten und beliebten Waschnüsse enthalten z.B. hohe Saponinwerte, weswegen sie Kleidung säubern vermögen und dennoch umweltschonend sind.

In der medizinischen Naturheillehre werden Saponine bzw. Saponin-haltige Pflanzen in verschiedenen Darreichungsformen zur Therapie aller möglicher stressinduzierter Erkrankungen verwendet. Sie werden deshalb den Adaptogenen zugerechnet. Als Adaptogene werden pflanzliche Heilstoffe genannt, die gegen schlechte Konsequenzen von Stresssituationen auf den Leib Einfluss nehmen können.…

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