Rente mit 67: eine Herausforderung für Arbeitgeber

Seit gut einem Jahr hat die schrittweise Einführung der Rente mit 67 begonnen. Jemand, der mit 67 in Rente geht, hat im Durchschnitt noch 22 Lebensjahre vor sich. Gleichzeitig sind, bedingt durch den demografischen Wandel, nicht genügend jüngere Arbeitnehmer da, um die Rentenkassen stabil zu halten und den drohenden Fachkräftemangel abzufangen. Deutschland bewegt sich, demographisch gesehen, auf das Gebilde der Urne zu. Es gibt deutlich zu wenig junge Leute. Für den Arbeitgeber bedeutet dies, sich vermehrt auf Arbeitskräfte jenseits der 50 einzustellen. Doch was heißt das genau?

Ältere Arbeitnehmer – Chance und Herausforderung

Die Rente mit 67 erzeugt unterschiedliche Resonanzen. Die betroffenen Arbeitnehmer sehen es mit gemischten Gefühlen. Vielfach herrscht der Wunsch vor, sich möglichst früh zu vernünftigen Konditionen in die Altersrente zu verabschieden. Langsam wandelt sich allerdings die Situation. Viele Rentner arbeiten zusätzlich, da sie gern aktiv bleiben und ihr Wissen weiterhin anwenden wollen. Leider müssen viele jedoch auch nebenbei arbeiten, um zu der immer geringer werdenden Rente etwas hinzu zu verdienen. Die Einstellung zur Lernfähigkeit älterer Arbeitnehmer hat sich grundlegend gewandelt. Inzwischen wird davon ausgegangen, dass sie nicht eingeschränkt ist, solange sie nicht jahrelang unterbrochen wurde. Schwierig wird es allerdings in Bereichen, in denen Arbeitnehmer schweren körperlichen Belastungen ausgesetzt sind. Ist dies der Fall, so lässt es die Rente mit 67 undenkbar erscheinen. Das betrifft beispielsweise die Metallbranche, das Baugewerbe, das Pflegepersonal und stressintensive Bereiche wie Einsatzzentralen . Krankheiten wie Rückenbeschwerden, Burnout, Verschleißerscheinungen an den Gelenken und Einschränkungen beim Sehen und Hören können die Arbeit dort unmöglich machen. Damit die Arbeitnehmer lange Zeit gesund im Betrieb tätig sein können, ist eine regelmäßige arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung unumgänglich. Beeinträchtigungen können so früher entdeckt und durch eventuelle Maßnahmen vermindert werden.

Rente mit 67 - demographischer Wandel - ältere Arbeitnehmer fördern

Rente mit 67: demographischer Wandel, mehr ältere Arbeitnehmer im Betrieb

Andere Arbeitsplätze für ältere Arbeitnehmer?

Grundsätzlich brauchen ältere Arbeitnehmer keinen gesonderten Arbeitsplatz, es sei denn, sie sind der bisherigen Arbeit gesundheitlich nicht mehr gewachsen. Damit sie lange gesund im Betrieb arbeiten können, sollte ihr Arbeitsplatz nach den neuesten Erkenntnissen gestaltet sein. Um den Anforderungen lange Zeit gerecht zu werden, brauchen ältere Mitarbeiter sowohl flexible Arbeitszeitlösungen, die sie nach ihren Bedürfnissen mitgestalten können, als auch eine Flexibilität der Arbeit selbst. Ständig wiederkehrende Prozesse ermüden das Gehirn. Offene Arbeitsformen mit wechselnden Aufgabenbereichen kommen auch dem Wunsch vieler Älterer entgegen, Ihr Wissen an die Jüngeren weiterzugeben. Von dem fruchtbaren Output profitieren alle Seiten. Gesundheitsangebote im Betrieb, wie Sport, Gesundheitsberatungen und die regelmäßig durchgeführte arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung schaffen ein optimales Arbeitsumfeld für alle Mitarbeiter. Bezogen auf den Umgang mit älteren Personen in der Arbeitswelt, muss jedoch noch sehr viel verändert werden.Das Gesundheitsmanagement in Firmen beginnt jedoch in der heutigen Zeit langsam eine wichtigere Rolle einzunehmen. Betriebliches Gesundheitsmanagement nützt der Gestaltung betrieblicher Strukturen um Arbeit, Organisation und Verhalten am Arbeitsplatz gesundheitsförderlich zu gestalten.

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